Vier neue Projekte genehmigt
 

Der Begleitausschuss des Programms hat in seiner Sitzung am 27.06.2017 im schweizerischen Rheinfelden vier neue Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt. Unterstützt werden damit die Optimierung des grenzüberschreitenden Katastrophenschutzes, die Verringerung der Umweltbelastung in der Landwirtschaft, der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten der Rheinaue und die Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderung auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt.

Zur Verbesserung des Versorgungsangebots im Bereich Katastrophenschutz haben sich das Technische Hilfswerk und die französische Protection civile im Rahmen des Projektes „Amphibienfahrzeug“ zusammengeschlossen. Im Oberrheingebiet, das vom Hochwasserrisiko besonders betroffen ist, fehlte bis jetzt ein Fahrzeug, das bei Überschwemmungen sowohl in als auch auf Gewässern eingesetzt werden kann, um im Ernstfall Hilfsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung durchführen zu können. Mit Hilfe der EU-Fördermittel kann eine grenzübergreifende Nutzung des Amphibienfahrzeugs auf deutscher und französischer Seite gewährleistet werden. Hierfür sollen die gemischten deutsch-französischen Besatzungen für gemeinsame Hilfseinsätze geschult werden. Zudem werden die Projektpartner bei der Erstellung spezifischer Einsatz- und Alarmpläne eng zusammenarbeiten.

In der stark von der Landwirtschaft geprägten Oberrheinregion ist es von großer Bedeutung, dass die Anbau- und Bewirtschaftungsmethoden im Wein-, Obst-, Gemüse- und Ackerbau umweltverträglicher werden. Ziel des Projektes „AGRO Form“ ist die Reduzierung der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie die Entwicklung von Düngepraktiken mit geringeren Auswirkungen auf die Boden-, Luft- und Wasserqualität. Es baut dabei auf das bereits laufende INTERREG-Projekt „Innov.AR“ auf, in dessen Rahmen die besten agrarökologischen Lösungen für den Pflanzenbau am Oberrhein entwickelt und getestet werden. Mithilfe der EU-Förderung setzt das Projekt „AGRO Form“ diese Bestrebungen fort, in dem es diese innovativen Produktionsverfahren mithilfe von gemeinsam erarbeiteten Bildungsmodulen an die landwirtschaftlichen Betriebe weitervermittelt.

Im Dreiländereck bieten das französische Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne, das deutsche Naturschutzgebiet Krebsbachtal und der deutsch-schweizerische Landschaftspark Wiese zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten letzte Rückzugsorte inmitten des stark besiedelten Raumes. Zugleich sind diese Naturschutzgebiete aber auch verstärkt Anziehungspunkt für Erholungssuchende aus den umliegenden Städten. Um dem Verlust der Artenvielfalt entgegen zu wirken und den Besuchern dennoch die Möglichkeit zu geben, in diesen Naturräumen Naherholung zu finden, sieht das Projekt „NaturErlebnis grenzenlos“ die Schaffung von zusätzlichen Rückzugsorten für die gefährdeten Arten der Rheinaue beiderseits des Rheins vor, so dass die Migration der Arten über die Grenzen hinweg gefördert wird. Um die neu angelegten Rückzugsmöglichkeiten langfristig zu schützen, werden die Besucher mithilfe einer neuen Wegführung und Beschilderung aus den Gebieten mit hoher Sensibilität herausgeführt und gleichzeitig in die Flächen gelenkt, die für die Naherholung und das Naturerleben geeignet sind.

Die Integration auf dem Arbeitsmarkt ist für Menschen mit Behinderung besonders schwer. Die Dauer der Arbeitslosigkeit von Arbeitsuchenden mit Behinderung liegt deutlich über dem Durchschnitt und die Arbeitslosenquote von 25% ist circa 2,5-mal so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt „Participation 4.0 – Arbeit für alle“ zielt darauf ab, diesen Menschen die Jobsuche mithilfe von Unternehmensbesichtigungen, Qualifikationsmaßnahmen und Praktika zu erleichtern. Das Projekt richtet sich aber auch an die Unternehmen der Region, die verstärkt Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Ziel ist es, diese Arbeitgeber in Fragen der Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu beraten und zu begleiten.