4,7 Millionen Euro an europäischen Fördergeldern für die grenzübergreifende Oberrheinregion
 

Die Europäische Union fördert fünf neue umfangreiche Projekte im Oberrheingebiet mit insgesamt 4,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fiel am 14. Juni in der Sitzung des Begleitausschusses des europäischen Programms INTERREG in Neustadt an der Weinstraße.

 

In welche Projekte fließen die Fördergelder?

Stärkung der grenzüberschreitenden Beschäftigung

Auf den zurzeit auf beiden Seiten des Rheins bestehenden Fachkräftemangel im Bereich der Heilerziehungspflege reagiert das Projekt „Binationale Doppelqualifikation Heilerziehungspflege (Do qua HEP-ME)“. Ziel des Projektes ist es, ein Ausbildungsangebot in diesem Beruf aufzubauen, das sowohl in Deutschland als auch in Frankreich anerkannt wird. Dabei werden nicht nur die aktuelle Arbeitsmarktsituation im sozialen Sektor, sondern auch die Bedarfe von potentiellen Arbeitgebern beidseits der Grenze berücksichtigt. Zudem werden die Auszubildenden mit Sprachkursen und Praktika in beiden Ländern gefördert, um sie so gut wie möglich für die Arbeit im Nachbarland zu wappnen.

Projektträger: Evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege (Diakonie Kork)
Europäische Fördermittel: 360 492 Euro

 

Aufwertung der Tourismusbranche

Der Fahrradtourismus ist ein wachsender und zugleich umweltfreundlicher Wirtschaftssektor. Diese Tendenz wollen sich nun zwei Teilgebiete des Oberrheins zu Nutze machen und noch mehr Besucher in die Oberrheinregion locken. Im Mittelpunkt der beiden Projekte stehen einerseits das nordelsässische Gebiet Sauer-Pechelbronn mit dem benachbarten Dahner Felsenland in der Südpfalz sowie das grenzüberschreitende Dreiländergebiet um Basel. In den Projekten soll eine bessere Anbindung der Fahrradwege und eine bessere Beschilderung über die Grenze hinweg geschaffen werden. Zudem sollen neue Radkarten erstellt und an die Radtouristen verteilt werden. Um die touristische Attraktivität der beiden Regionen und auf diese Weise das Arbeitsplatzangebot in der Tourismusbranche zu steigern, werden die Projektpartner ebenfalls an Werbe- und Vermarktungsmaßnahmen arbeiten.

Projekt „Rad Sauer-Pechelbronn-Dahn – Förderung des grenzüberschreitenden Fahrradtourismus im nördlichen Teil der Verbandsgemeinde Sauer-Pechelbronn und der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland“

Projektträger: Communauté de communes Sauer-Pechelbronn
Europäische Fördermittel: 1,11 Mio. Euro

Projekt „Trois Pays à vélo – Förderung des Radtourismus in der trinationalen Agglomeration Basel“

Projektträger: Trinationaler Eurodistrict Basel
Europäische Fördermittel: 216 644 Euro

 

Förderung der nachhaltigen Mobilität

Ziel des Projektes „SuMo-Rhine – Förderung der nachhaltigen Mobilität in der Oberrheinregion“ ist es, die am Oberrhein existierenden grenzüberschreitenden Verkehrssysteme am Beispiel der Ballungsräume Straßburg und Basel umfassend zu analysieren und zu bewerten. Hierfür wollen die Projektpartner ein Indikatorensystem entwickeln, sowie Modelle und Karten erstellen. Anhand dieser Informationen werden die Partner nicht nur die Effizienz und die Auswirkungen der aktuellen Mobilitätspolitik, sondern auch Möglichkeiten zur Verbesserung des umweltfreundlicheren Verkehrsangebots in der Oberrheinregion aufzeigen können.

Projektträger: KIT – Deutsch-Französisches Institut für Umweltforschung (DFIU)
Europäische Fördermittel: 1,36 Mio. Euro

 

Bessere Lebensbedingungen im Einklang mit der Natur

Das Projekt „ECOSERV“ möchte Politikern und Behörden Entscheidungshilfen an die Hand geben, die die Qualität von Ökosystemdienstleistungen im Oberrheingebiet verbessern sollen. Ökosystemdienstleistungen nennt man alle den Menschen nutzenbringende Wirkungen der Natur, wie beispielsweise die Bereitstellung von Trinkwasser und Brennholz oder die natürliche Bodenbildung zum Anbau von Obst und Gemüse. Diese äußerst komplexen jedoch lebenswichtigen Funktionen der Natur sind weltweit stark gefährdet. Um die Funktionsfähigkeit der ökologischen Systeme am Oberrhein zu erhalten und zu verbessern, haben sich verschiedene Akteure aus Forschung und Naturschutz zusammengetan. Anhand des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen soll eine Auswahl solcher für den Menschen nützlicher Funktionen erfasst und analysiert werden. Auf dieser Grundlage werden die Projektpartner Strategien entwickeln, die sie schließlich auch auf andere Schutzgebiete am Oberrhein anwenden werden.

Projektträger: Universität Koblenz-Landau
Europäische Fördermittel: 1,72 Mio. Euro