5 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln für vier grenzüberschreitende Projekte am Oberrhein
 

Das europäische Programm INTERREG Oberrhein hat am 13.03.2017 vier neue grenzüberschreitende Projekte in die Förderung aufgenommen. Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Die vier neuen Projekte verfolgen ein klares Ziel: die Forschungs- und Innovationskapazitäten des deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinraums nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region und ihrer Unternehmen zu stärken.

In dem Begleitausschuss des Programms entscheiden die politischen Vertreter des Oberrheins, der sich aus der Süd-Pfalz, Baden, dem Elsass und der Nordwest-Schweiz zusammensetzt, über die Vergabe der Fördermittel an Projekte, die einen besonders strukturierenden Effekt für die grenzübergreifende Oberrheinregion haben. Das europäische Programm INTERREG V Oberrhein verfügt für den Zeitraum von 2014 – 2020 über insgesamt 109,7 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Dies ist das größte Fördervolumen seit dem Start der INTERREG-Programme am Oberrhein im Jahre 1989.

Nach der Sitzung stehen noch rund 60 Mio. Euro für die Förderung weiterer grenzüberschreitender Projekte bis 2020 zur Verfügung.

Forschung, Innovation und grenzüberschreitende Entwicklung von Landwirtschaftsbetrieben sind die zentralen Themen der vier genehmigten Projekte

Mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb für die Spitzenforschung am Oberrhein

 Forschung, Entwicklung und Innovation spielen eine zentrale Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit der Oberrheinregion. Um weiterhin um Spitzenforschung betreiben und Innovationen schaffen zu können, braucht es entsprechende Infrastrukturen, die den verschiedenen Akteuren zur gemeinsamen grenzüberschreitenden Nutzung zur Verfügung stehen. Das Projekt „RMTMO RI“ hat zum Ziel, ein im europäischen Kontext neuartiges Konzept zu schaffen, das die optimale Nutzung bestehender Forschungsinfrastrukturen durch private und öffentliche Akteure sicherstellt. In einer Bestandsaufnahme sollen Bedarfe und Lücken identifiziert und ein Lösungsansatz aufzeigt werden, wie diese kosten- und nutzungseffizient gedeckt werden können. Der Lösungsansatz wird die Einrichtung einer Großforschungsinfrastruktur in Erwägung ziehen.

Ausweitung der Entwicklungsmöglichkeiten des landwirtschaftlichen Sektors durch grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch

Die nachhaltige Erzeugung von Weinen, die frei von Pestizidrückständen sind, ist sowohl für den regionalen Absatz in der Oberrheinregion, aber auch im Wettbewerb des globalen Weinmarkts von großer Bedeutung.

Das Projekt „VITIFUTUR“ ist als grenzüberschreitendes Exzellenzcluster konzipiert, in dem Weinindustrie und Forschungseinrichtungen eng zusammenarbeiten. Ziel ist die Einrichtung einer transnationalen Plattform für den nachhaltigen Weinbau am Oberrhein. Des Weiteren sollen Innovationen für den nachhaltigen Pflanzenschutz im Weinbau (Reduktion des Einsatzes von Pestiziden) entwickelt und die Implementierung in die Weinwirtschaft unterstützt werden.

Das Projekt „Innov.AR“ will dem Agrarsektor am Oberrhein agrarökologische Methoden zur Verfügung stellen, die an die Bedingungen dieser grenzübergreifenden Region angepasst sind. Deshalb ist das erste Ziel des Projekts, landwirtschaftliche Betriebe und Einrichtungen der angewandten Forschung zu vernetzen, um gemeinsam die besten agrarökologischen Lösungen für den Pflanzenbau zu entwickeln. Anschließend soll den Landwirten der Zugang zu den wirksamsten agrarökologischen Methoden eröffnet werden. Es geht zum einen um die Reduzierung des Ammoniakverlusts bei Düngemitteln, die sich mit den Emissionen des Straßenverkehrs vermischen können (Entstehung von gesundheitsschädlichen Mikropartikeln). Zum anderen soll die Beschleunigung der Einführung von alternativen Pflanzenschutzlösungen für die wichtigsten Kulturen in der Rheinebene im Mittelpunkt stehen. Diese können teilweise oder vollständig den intensiven Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln ersetzen.

Das Projekt „ELENA“ entstand im Kontext eines starken Rückgangs im Laufe der letzten 20 Jahre der Zahl der Milch und Fleisch produzierenden Betriebe im Elsass wie auch in Südbaden. Da die tierische Erzeugung jedoch zahlreiche Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen der Produktionskette sichert, ist es Ziel des Projekts, die noch vorhandenen Einrichtungen auf beiden Seiten des Rheins zusammenzuführen, um an der gemeinsamen Steigerung des marktwirtschaftlichen Potentials und der Wettbewerbskraft zu arbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Züchter und Milcherzeuger ihre Erfahrungen und Kenntnisse austauschen und gemeinsame effiziente Lösungen erarbeiten, die dann auf beiden Seiten des Rheins eingesetzt werden. Unterstützt werden sie dabei von Beratungseinrichtungen mit dem Ziel, die Vermarktungsmöglichkeiten über die Grenze hinweg zu verbessern. Auf diese Weise soll der heimische Markt am Oberrhein besser mit lokalen Produkten versorgt werden.

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen gern die Referentinnen für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung:

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