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6,1 Millionen Euro an europäischen Fördergeldern für die grenzübergreifende Oberrheinregion
 

Die Europäische Union fördert acht neue umfangreiche Projekte im Oberrheingebiet mit insgesamt 6,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fiel am 13. Dezember in der Sitzung des Begleitausschusses des europäischen Programms INTERREG in Freiburg im Breisgau.

In welche Projekte fließen die Fördergelder?

Verbesserung des Artenschutzes

Der ursprünglich reichhaltige Bestand an Tierarten am Oberrhein geht stetig zurück. Um dieser Tendenz aktiv entgegen zu wirken, haben engagierte deutsche und französische Naturschutzorganisationen das Projekt „Ramsar Biodiversität“ ins Leben gerufen. Die Projektpartner wollen gemeinsam den Bestand von sechs gefährdeten Tierarten sichern, indem sie deren Lebensräume verbessern und vergrößern wollen. Im Mittelpunkt der Schutzmaßnahmen stehen der Kiebitz, der Steinkauz, die Wasserralle, die Flussseeschwalbe, die Bechsteinfledermaus und die Wechselkröte. Für jede der sechs Tierarten haben die Partner eine spezifische Schutzstrategie erarbeitet, die nun auf beiden Seiten des Rheins umgesetzt werden soll.

Projektträger: Ligue pour la protection des oiseaux (LPO) Alsace

Europäische Fördermittel: 610 000 Euro

 

Schutz vor Schadstoffbelastungen

Das Projekt „NAVEBGO“ will die Belastung des Grundwassers durch Biozide im Oberrhein nachhaltig verringern. Biozide werden häufig an Gebäudefassaden zum Schutz vor Algen- und Pilzbefall eingesetzt, gelangen dann in den urbanen Wasserkreislauf und schlussendlich in das Grundwasser. In einem ersten Schritt wollen die Projektpartner in den Städten Freiburg, Straßburg und Landau den Gehalt an Bioziden im Grundwasser ermitteln und aufzeichnen. Geländeexperimente sollen es ermöglichen, besser zu verstehen, wie genau die Schadstoffe in das Grundwasser gelangen. Auch die Praktiken der verschiedenen Akteure, die Biozide bei Fassadenanstrichen benutzen, sollen analysiert werden, um den betreffenden Akteuren im Anschluss daran Alternativen zum bisherigen Biozideinsatz anbieten zu können.

Projektträger: Universität Freiburg

Europäische Fördermittel: 1,12 Mio. Euro

 

Steigerung der erneuerbaren Energien

Die Umstellung auf erneuerbare Energien gilt weltweit als auch am Oberrhein als eine bedeutende Herausforderung. In diesem Zusammenhang treten Fragen in den Vordergrund, die die kontinuierliche Sicherstellung der Energieversorgung sowie die Flexibilität der Versorgungssysteme betreffen. Die Lösung dieser Problematik liegt dabei in der komplementären Nutzung von Energiesystemen und der Verbesserung der Speicherkapazitäten. Die Partner des Projekts „RES_TMO“ möchten nun ein Energiekonzept für die Oberrheinregion erarbeiten, bei dem grenzüberschreitende Potentiale effizient ausgeschöpft werden können. Dieses Konzept soll insbesondere Politikern als Entscheidungshilfe und Handlungsempfehlung dienen.

Projektträger: Universität Freiburg

Europäische Fördermittel: 1,41 Mio. Euro

 

Ausbau des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs

Das Projekt „NeuWiStra“ hat die Verbesserung der grenzüberschreitenden Bahnstrecke zwischen Neustadt und Straßburg zum Ziel. Aktuell ist die Streckengeschwindigkeit aufgrund der herrschenden technischen Bedingungen zu gering, um mit motorisierten Fahrzeugen mithalten zu können. Zudem müssen die Bahnfahrer dieser Schienenverbindung in Wissembourg umsteigen. Dies hält viele potentielle Nutzer von der Nutzung des Bahnverkehrs auf der Strecke Neustadt-Straßburg ab. Das vorliegende Projekt zielt nun darauf ab, alle notwendigen Verbesserungsmaßnahmen im Einzelnen zu benennen und zu planen. Das Projekt umfasst 5 Einzelstudien, die sich jeweils über zwei Phasen erstrecken.

Projektträger: SNCF Réseau Direction territoriale Grand Est

Europäische Fördermittel: 1,25 Mio. Euro

 

Um die Schienenverbindung zwischen Colmar und Freiburg dreht sich das Projekt „COLMAR-FREIBURG: Untersuchung zur multimodalen Mobilität“. Ziel ist es, das Potential der Wiederherstellung dieser 1945 zerstörten Bahnstrecke zu ermitteln. Im Rahmen des Projekts wollen die Projektpartner den grenzüberschreitenden Mobilitätsbedarf zwischen den Einzugsgebieten der Städte Colmar und Freiburg analysieren. Dabei soll untersucht werden, welche Verkehrsmittel aktuell von der Bevölkerung auf dieser Strecke genutzt werden und inwieweit der Anteil an umweltfreundlichen Verkehrsmitteln verbessert werden kann. Im Vordergrund steht zudem die Frage, wie die Schienenverbindung mit weiteren Verkehrsträgern verknüpft werden kann.

Projektträger: Direction Régionale de l’Environnement, de l’Aménagement et du Logement Grand Est

Europäische Fördermittel: 175 000 Euro

 

Stärkung der grenzüberschreitenden Beschäftigung

Das Projekt „Eine Brücke für mich“ will die grenzüberschreitende Beschäftigung im Grenzgebiet Straßburg-Ortenau vorantreiben. Zurzeit bestehen für französische Bewerber mit Berufsausbildung noch einige Hindernisse bei der Suche nach einem Arbeitsplatz in Deutschland: Zum einen erschweren die unterschiedlichen Berufsausbildungssysteme in Frankreich und Deutschland die Anerkennung der beruflichen Kompetenz durch den Arbeitgeber im Nachbarland. Meist fehlt es den Bewerbern aber auch an ausreichenden Deutschkenntnissen. Im Rahmen des Projektes wollen die Partner an dem Abbau dieser Hindernisse arbeiten. Ziel des Projektes ist es, grenzüberschreitende Fortbildungsangebote für ausgewählte Schlüsselsektoren entwickeln, mithilfe derer französische Bewerber ihr berufliches Profil vervollständigen können.

Projektträger: Maison de l’Emploi et de la Formation du bassin de Strasbourg

Europäische Fördermittel: 728 000 Euro

 

Bessere Zusammenarbeit von Verwaltungen

Dass auch Trinkwasser Grenzen überwinden kann, zeigt das Projekt „Grenzüberschreitende Trinkwasserverbindungsleitung von Schönau zum Ortsteil Wengelsbach, Gemeinde Niedersteinbach“. Die in den Nordvogesen, direkt an der deutsch-französischen Grenze gelegene Gemeinde Wengelsbach hat aufgrund einer arsenverseuchten Quelle aktuell keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und kann ihren Bedarf nur mittels Wasserflaschen decken, die regelmäßig an die Bevölkerung verteilt werden. Die üblichen Lösungsansätze, wie der Bau einer Anlage zur Entarsenisierung der betreffenden Quelle, sind jedoch finanziell nicht tragbar für die Gemeinde, die nur wenige Einwohner zählt. Aus diesem Grund haben die Projektpartner an einer kostengünstigeren Alternative gearbeitet, die den Bau einer grenzüberschreitenden Trinkwasserleitung von der deutschen Nachbargemeinde Schönau bis nach Wengelsbach vorsieht. Im Rahmen des Projektes sollen nun die notwendigen Bauarbeiten durchgeführt werden.

Projektträger: Syndicat des Eaux et de l’Assainissement Alsace Moselle

Europäische Fördermittel: 457 000 Euro

 

Der grenzüberschreitenden gesundheitlichen Nahversorgung im PAMINA-Raum widmet sich das Projekt „PAMINA-Gesundheitsversorgung“. Die Projektpartner wollen interessierten Patienten den Zugang zu Gesundheitsleistungen im Nachbarland erleichtern, indem sie an der Vereinfachung der Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen arbeiten und Patienten über ihre Rechte informieren. Zudem wollen sie die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern im französischen Wissembourg und im deutschen Bad Bergzabern verbessern. Dabei werden die Projektpartner insbesondere rechtliche und administrative Fragen bearbeiten.

Projektträger: Eurodistrikt PAMINA

Europäische Fördermittel: 393 000 Euro