Zusätzliche Informationen
 
 
7 neue umfangreiche Projekte im Oberrheingebiet
 

Die Europäische Union fördert sieben neue umfangreiche Projekte im Oberrheingebiet mit insgesamt 6,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fiel am 12. Dezember in der Sitzung des Begleitausschusses des europäischen Programms INTERREG in Gambsheim.

 

In welche Projekte fließen die Fördergelder?

Umnutzung ehemaliger Industriebrachen

Im Rahmen eines großangelegten Projekts wollen die Städte Weil am Rhein und Huningue ehemalige Industrieflächen für Wohnungen, Büros und weitere gemeinnützige Zwecke (Schulen, Jugendhäuser, Parks) umnutzen. Das Programm INTERREG wird dabei die Schaffung eines grenzüberschreitenden Grünraums von 20 000 m² finanzieren, der sich am Rheinufer erstrecken wird. Über die Bauarbeiten hinaus, möchte das Projekt „Vis-à-vis Huningue – Weil am Rhein“ die Bevölkerung für die Themen Bodenverbrauch, Umwandlung von Brachen und Verdichtung von Wohnflächen sensibilisieren

Projektträger: Trinationaler Eurodistrict Basel
Europäische Fördermittel: 2 Millionen Euro

Kultur und Film

Das Projekt „ArtRhena“ sieht den Bau eines grenzüberschreitenden Kulturzentrums auf der Rheininsel zwischen Breisach am Rhein und Neuf-Brisach vor. Das Zentrum wird bis zu 400 Plätze bieten. Das Kulturprogramm wird Musikveranstaltungen, Zirkus, Tanz und Freiluftveranstaltungen umfassen und so gestaltet werden, dass es sowohl deutsche als auch französische Zuschauer anzieht.

Projektträger: Communauté de communes Pays Rhin-Brisach
Europäische Fördermittel: 2 Millionen Euro

Im Rahmen des Projekts „Film am Oberrhein“ soll ein Netzwerk aus Fachleuten der Filmbranche am Oberrhein entstehen, um mehr Dynamik in diesen Sektor zu bringen und dessen Sichtbarkeit zu erhöhen. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, neue Akteure der Filmbranche anzuziehen und auf diese Weise neue Arbeitsplätze am Oberrhein zu schaffen. Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist aber auch die Bündelung von Ressourcen und die Entwicklung einer nachhaltigen Filmproduktion. Eine konkrete Maßnahme ist die Erstellung einer Übersicht über „grüne“ Dienstleister.

Projektträger: Région Grand Est
Europäische Fördermittel: 469 766 Euro

Im Mittelpunkt des Projekts „RhinEdits“ steht die Sicherung des Erbes an Amateurfilmen im Oberrhein. Amateurfilme werden immer häufiger als zusätzliche Geschichtsquelle benutzt, mithilfe derer eine neue Perspektive auf die Vergangenheit der Region eingenommen werden kann. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wollen die Partner eine deutsch-französische Plattform schaffen und Bürgerinnen und Bürger bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen aktiv einbinden. Im Gegensatz zu meist ideologisch geprägten offiziellen staatlichen Filmen gelingt es dem Amateurfilm, die Zeugnisse unbekannter Zeitzeugen auf eine viel sensiblere und gefühlsbetontere Weise zu beleuchten. Die persönlichen Aufnahmen vor Ort ermöglichen der Bevölkerung des Oberrheins, die Geschichte der Grenzregion gemeinsam zu erarbeiten.

Projektträger: Universität Straßburg
Europäische Fördermittel: 724 019 Euro

Besserer Schutz der Bürgerinnen und Bürger des Oberrheins

Das Projekt „ATMO-Vision“ möchte den Behörden geeignete Instrumente zur Verbesserung der Luftqualität im Oberrhein liefern. Hierfür werden die Projektpartner die für die grenzüberschreitende Region bereits vorhandenen Daten zur Energieerzeugung, zu Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen zusammenführen. Auch neue Messungen der Luftqualität mithilfe von Mikrosensoren stehen auf dem Arbeitsplan. Anschließend werden die Partner die Herkunft der Luftverschmutzung genau bestimmen und analysieren, wie sich verschiedene geplante Maßnahmen auf die Luftqualität dies- und jenseits des Rheins auswirken.

Projektträger: Atmo Grand Est
Europäische Fördermittel: 744 617 Euro

Auch das Projekt „TIGER“ möchte die Arbeit der Verwaltungen am Oberrhein erleichtern. Ziel ist es, die Behörden bei der Einschätzung des Gesundheitsrisikos, das durch invasive Stechmücken ausgeht, kompetent zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Tigermücke, das Dengue- und Chikungunya-, und Zikavirus. Es werden Verbreitungskarten der krankheitsübertragenden Stechmücken für den Oberrhein erstellt und passende Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Gleichzeitig wird die Bevölkerung auf beiden Seiten des Rheins über die möglichen Gesundheitsrisiken informiert.

Projektträger: Universität Straßburg
Europäische Fördermittel: 799 159 Euro

Das Projekt „SONAR“ ermöglicht es der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei Kehl/Straßburg, das gemeinsam genutzte, veraltete Sonargerät durch ein neues zu ersetzen. Ein solches Gerät ist vor allem bei polizeilichen Sucheinsätzen unabdingbar. Bei Unfällen kann damit schnell und effizient eingegriffen werden. Es spielt aber auch bei der Gefahrenvorbeugung und der Gewährleistung der Hafensicherheit eine entscheidende Rolle. Die Aufgabe der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei ist es, gemeinsam die Handels- und Sportschifffahrt auf dem Rhein zu überwachen.

Projektträger: Direction générale de la gendarmerie nationale
Europäische Fördermittel: 130 466 Euro

 

Eine Sitzung nicht weit entfernt vom Rheinufer

Um über die Förderung der Projekte zu entscheiden, hat der Begleitausschuss des Programms INTERREG V Oberrhein entschieden, sich am 12. Dezember im französischen Gambsheim zu versammeln. Der Sitzungsort des Entscheidungsgremiums des Programms wurde nicht zufällig gewählt: Die französische Gemeinde Gambsheim und ihre deutsche Nachbargemeinde Rheinau liegen direkt am Rheinufer und arbeiten seit vielen Jahren Hand in Hand, erklärt Hubert Hoffmann, Bürgermeister von Gambsheim: „Die beiden Gemeinden Gambsheim auf der linken Rheinseite und Rheinau auf der rechten betreiben seit Jahren eine grenzüberschreitende Politik für eine gemeinsame touristische Entwicklung des Standortes. Insbesondere zwei Projekte haben die EU überzeugt und haben daher eine Förderung aus INTERREG III- und INTERREG V-Geldern erhalten.“ 2006 weihten die beiden Orte gemeinsam eine der größten Fischtreppen Europas ein, die sich an der Staustufe bei Gambsheim befindet und die die Wanderung von Lachsen und anderen Fischen nunmehr erleichtert. Seit 2015 arbeiten die zwei Gemeinden in einem neuen INTERREG Projekt zusammen. Darin geht es um die Schaffung eines Fahrrad- und Fußgängerweges, der an die seit 1970 bestehende Rheinbrücke angebaut werden soll.