Abschlussfeier des Projekts: « Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau: ein auf 360° offener Arbeitsmarkt »
 

Anlässlich der Abschlussfeier des Interreg V-Projekts Emploi360 am Donnerstag, den 31. Januar 2019 bei Weberhaus in Rhein-Linx (Ortenau) haben sich Patrick Roger, Präsident der Maison de l’emploi Strasbourg, Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg, Claude Rouillon, Directeur Territorial du Bas Rhin, Pôle emploi Grand Est und Anika Klaffke, Generalsekretärin des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, bei den zahlreichen Projektpartnern für ihre dreijährige Unterstützung (2016 bis 2018) bei konkreten Maßnahmen zugunsten der grenzüberschreitenden Beschäftigung bedankt.
Mit rund 3% ist die Arbeitslosenquote in der Ortenau seit mehreren Jahren stabil, durch die teilweise zu beobachtende Vollbeschäftigung haben Arbeitgeber Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden. Das Projekt #emploi360 wurde daher 2015 ausgearbeitet, um den Fachkräftebedarf in der Ortenau zu unterstützen und die Beschäftigungsperspektiven der Straßburger auszuweiten.

Das im Januar 2016 lancierte INTERREG V Oberrhein-Programm „Strasbourg-Ortenau: Ein auf 360° offener Arbeitsmarkt“ mit einem Budget in Höhe von 1,7 Millionen Euro (50-prozentige Kofinanzierung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, EFRE) hat 16 Partner mobilisiert, mit dem Ziel, Bewerber für berufliche Möglichkeiten in der Ortenau zu sensibilisieren und zu begleiten.

In Anwesenheit von Robert Herrmann, Präsident der Eurometropole, Danielle Diligent, Vizepräsidentin des Conseil Départemental du Bas-Rhin, Kreis Schiltigheim und Huguette Zeller, Regionalrätin Grand Est, haben die Partner und Begünstigten des Programms das Wort ergriffen, um die seit 2016 vor Ort durchgeführten Maßnahmen hervorzuheben.
Ella Balin, Tamari Bobokhidze und Rachel Bourouba haben von ihren persönlichen Erfahrungen bei der Teilnahme an einer maßgeschneiderten Schulung für eine grenzüberschreitende Beschäftigung berichtet. Hierbei handelt es sich um eine innovative Maßnahme, die im Rahmen des Projekts #emploi360 errichtet und von der Region Grand Est mittels ihres INTERREG V-Projekts „Erfolg ohne Grenzen“, das ebenfalls im Zeitraum 2016 – 2018 durchgeführt wurde, finanziert wurde. Diese maßgeschneiderten Schulungen („Parcours sur mesure“) kombinieren einen 150-stündigen Anfänger-Deutschkurs mit interkulturellen Workshops innerhalb des Euro-Instituts in Kehl und Besichtigungen von Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, wie bspw. die Kehler Unternehmen Calamus Areal, die Badische Stahlwerke GmbH und Kronen sowie Erdrich in Renchen und Edeka in Offenburg. Insgesamt
konnten die Partner vier maßgeschneiderte Schulungen durchführen, jeweils zwei in 2017 und 2018 mit insgesamt mehr als 120 Bewerbern. Diese „Parcours“ erwiesen sich als ein effizienter Katalysator insbesondere für Bewohner der sozialen Schwerpunktviertel der Stadt Straßburg (QPV), die weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind. Im Anschluss an die ersten drei Schulungen haben 45 Bewerber eine Beschäftigung in Frankreich oder Deutschland aufgenommen, 23 setzen ihre berufliche oder sprachliche (Deutsch-) Ausbildung fort. So etwa haben Mamadou Fall und Norris Sanchez eine Ausbildung bei den Badischen Stahlwerken in Kehl begonnen. Diese Parcours ergänzen das strukturelle Ausbildungs- und Schulungsangebot der Region Grand Est und von Pôle Emploi.

Cathy Szczesniewski, Projektleiterin der Mission Locale Straßburg, erinnert an die erfolgreiche Arbeit des Interreg-Teams mit mehr als 1000 jungen Menschen. Ihre Stelle mit dem Schwerpunkt grenzüberschreitende Beschäftigung ist eine von drei Vollzeitstellen innerhalb der Mission Locale Straßburg und der Mission Locale und Relais Emploi Schiltigheim, die dank der Finanzierung von INTERREG V Oberrhein geschaffen wurden.
Faiçal Amroune, Sozialpädagoge innerhalb der Organisation Prévention Insertion Elsau (OPI) zur beruflichen Eingliederung, berichtete über seine Einbindung in das „Netzwerk der wohnortnahen Referenten“, das die drei spezialisierten Vollzeitstellen der Missions Locales ergänzt. Dieses Netzwerk bestehend aus rund 40 Akteuren für Beschäftigung wie Pôle Emploi, die École de la Deuxième Chance (Schule der zweiten Chance) im Bas-Rhin, der EPIDE (Établissement pour l’insertion dans l’emploi) zur beruflichen Eingliederung von Jugendlichen, die soziokulturellen Zentren usw. hat sich drei Jahre lang einmal im Monat getroffen, um für die beruflichen Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Beschäftigung sensibilisiert zu werden sowie Informationen und Materialien zu erhalten. Dieses Netzwerk hat es ermöglicht, die Kontakte in den Stadtvierteln und den Anlaufstellen der Eurometropole Straßburg auszubauen, um eine Erstinformation über die grenzüberschreitende Beschäftigung zu geben und die Frequentierung der spezialisierten Dienststellen auf signifikante Weise zu erhöhen.

Claude Rouillon und Horst Sahrbacher sprachen in ihren Schlussworten über die positive Auswirkung des Projekts auf die Besucherzahlen des Services für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung (SGAV) in Kehl, der gemeinsam von der Agentur für Arbeit Offenburg und Pôle Emploi Grand Est geleitet wird. Dank der in der gesamten Eurometropole durchgeführten Werbekampagne des Projekts #emploi360 an die Adresse der breiten Öffentlichkeit, dank der anlässlich des Tramfests im April 2017 eingeweihten Tram in den Farben des Projekts #emploi360 und dank der engagierten Akteure für Beschäftigung konnten die Arbeitsvermittler im Jahr 2018 1060 Menschen begleiten (gegenüber 600 in 2015).

« Das gemeinsame INTERREG Projekt hat mehr Menschen in der Region Strasbourg – Ortenau gezeigt, welche Möglichkeiten auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt für sie bestehen und wer sie unterstützt. Dadurch konnten mehr Menschen in eine Beschäftigung vermittelt werden – in Frankreich oder in Deutschland!“, unterstrich Horst Sahrbacher.

Patrick Roger freute sich zu verkünden, dass die Maison de l’emploi ein neues INTERREG V Oberrhein-Programm namens „Eine Brücke für mich“ leiten wird. Dieses startete im Januar 2019 und wird bis Dezember 2021 in der Region Straßburg-Ortenau durchgeführt werden. Innerhalb des Projekts sind 11 Partner zum Thema Erwerb von beruflichen Qualifikationen mit Hinblick auf eine grenzüberschreitende berufliche Mobilität versammelt. Somit setzen die deutsch-französischen Partner für Beschäftigung ihr Engagement für einen auf 360° offenen Arbeitsmarkt fort.

Wichtigste Zahlen:

  • 2017 kommen 7 377 Grenzgänger täglich über den Rhein, um in der Ortenau zu arbeiten (6 785 in 2015)
  • Die Arbeitslosenquote in der Ortenau liegt im Dezember 2018 bei 2.8 %
  • 2018 nehmen 1060 Menschen den Service für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung (SPT) in Kehl in Anspruch (601 in 2015)
  • 2018 vermittelt der SPT Kehl 644 Bewerber (353 in 2015)
  • 40 Referenten in der Eurometropole Strasbourg informieren zu grenzüberschreitender Beschäftigung
  • 663 junge Menschen wurden von der Mission Locale in Strasbourg begleitet, davon leben 182 in einem vorrangigen Stadtviertel