Optimales Recycling von Ausbauasphalt auf Verkehrsschwachen Straßen
 

EINE NEUE  RECYCLINGSTRATEGIE  FÜR AUSBAUASPHALT

Im November 2016 begann das von der INSA Straßburg geleitete INTERREG ORRAP Projekt. Der INTERREG Zwischenbericht wurde dieses Jahr an die europäischen Behörden vorgelegt. Eine zusätzliche Kurzfassung wurde erstellt und ist online verfügbar.

Das Projekt stützt sich auf ein in Schweden angewandtes Verfahren, bei dem die Verwendung von Ausbauasphalten als selbstbindende Tragschicht ohne Zugabe von bitumenhaltigen Bindemitteln und ohne Erwärmung stattfand. Im Rahmen des ORRAP Projektes wird die Möglichkeit einer neuen Recyclingstrategie mit diesem Verfahren auf verkehrsschwachen Straßen untersucht.

Ziel ist eine Minimierung der negativen Einflüsse auf die Umwelt solcher Straßenbaumaßnahmen auf verkehrsschwachen Straßen.

In Europa wird hochwertiger AA hauptsächlich in Verfahren des Heißrecyclings verwendet. Der AA niedrigerer Qualität hingegen (meist aus untergeordneten Straßen) oder in Frankreich der mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) kontaminierter AA kann aus technischen und rechtlichen Gründen bei der neuen Asphaltmischgutherstellung nicht verwendet werden. Durch die Verwendung von AA ohne Hinzugabe von bitumenhaltigen Bindemitteln und ohne Erwärmung kann die Recyclingquote deutlich erhöht und die Umweltbelastungen (CO2 – Emissionen, Energie – und Ressourcenverbrauch) und Verwendung von Materialien reduziert werden.

Somit können sich ökologische und ökonomische Vorteile für die Baulastträger von verkehrsschwachen Straßen auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene, die etwa 50% des Straßennetzes in der Region Oberrhein ausmachen, ergeben.

Die Forschungsergebnisse werden in Form eines  Handlungsleitfadens für die Bauherren zur Verfügung gestellt.

EINIGE WICHTIGE SCHRITTE:

Erreichte Meilensteine

  • Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen in den drei Ländern (F,D,CH)
  • Erarbeitung eines Fragebogens und Durchführung einer Umfrage mit Auftraggebern, Bauherren und KMU zu technischen, ökologischen und operativen Aspekten
  • Entwicklung eines Laborprogramms und Durchführung der Laborversuche auf der Basis der ermittelten Daten – laufend
  • Modellierung der Ergebnisse im Hinblick auf eine Anwendung im gesamten Umfang auf ausgewählten Fahrbahnen in der Schweiz – laufend

Les prochaines étapes / Nächste Schritte 

  • Durchführung von Pilotprojekten in der Schweiz (2019)
  • Zusammenfassung der Ergebnisse dieser Pilotprojekte
  • Erarbeitung und Veröffentlichung des endgültigen Handlungsleitfadens

EIN GRENZÜBERSCHREITENDES FORSCHUNGSPROJEKT

Im Projekt ORRAP arbeitet ein tri-nationales Konsortium bestehend aus INSA Strasbourg, Hochschule Karlsruhe (HsKA), Cerema, EMPA, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und Tiefbauamt – Kanton Basel-Landschaft, das von der INSA Strasbourg geleitet wird.

Das Projekt wird außerdem von folgenden assoziierten Partnern unterstützt: département du Haut-Rhin, département du Bas-Rhin, Stadt Karlsruhe, Landkreis Karlsruhe, LABINFRA (Groupe Hydro-géotechnique), Société Alsacienne de Recyclage des Matériaux (SARM), Colas Est, Deutsches Asphaltinstitut (DAI), Südwest Asphalt GmbH & Co KG, Ziegler AG – Bauunternehmung, Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und Regionalverband Mittlerer Oberrhein.

Mit einem Gesamtbudget von 1,48 Mio. € wird ORRAP vom Programm INTERREG V Oberrhein mit 622 553 Euro EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) kofinanziert. Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) wird das Projekt zusätzlich von kantonalen Partnern unterstützt. So wird das Projekt von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, dem Kanton Aargau und dem Kanton Basel-Stadt mitfinanziert.

 

Kontakt:

Cyrille Chazallon,  Professor, INSA Strasbourg, wissenschaftlicher Koordinator: cyrille.chazallon@insa-strasbourg.fr

Delphine Untereiner, europäische Projektleiterin, INSA Strasbourg:  dephine.untereiner@insa-strasbourg.fr