Der Begleitausschuss des Programms Interreg Oberrhein tagte am Dienstag, den 3. März 2026 in Karlsruhe und bewilligte acht neue Projekte, die mit insgesamt 5,2 Millionen Euro durch die EU gefördert werden. Die Programmpartner haben außerdem die Ergebnisse des finalen themenübergreifenden Projektaufrufs der Förderperiode 2021-2027 bekannt gegeben. Mit der Verabschiedung eines Fahrplans für die Vorbereitung des Zeitraums 2028-2034 ist auch die Sicherung der Zukunft des Programms einen Schritt weiter.
Entdecken Sie die neuen Projekte des Programms Interreg Oberrhein, die am 3. März 2026 genehmigt wurden
Für eine ökologisch nachhaltige Region
- Harvest Time: Im Kontext der Klimaveränderungen den richtigen Erntezeitpunkt finden
Das Projekt „Harvest Time“ entwickelt gemeinsame Methoden, um Obstbauern zu helfen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fruchtreife zu antizipieren. Auf der Grundlage von Klimavorhersagemodellen und agronomischen Prognosemodellen trägt dieser grenzüberschreitende Ansatz dazu bei, den optimalen Erntezeitpunkt gezielt zu bestimmen, Verluste zu reduzieren, die Qualität zu verbessern und die Nachhaltigkeit der Branche am Oberrhein zu stärken.
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- HySyn: Grenzüberschreitende Synergien zur Entwicklung der Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff
„HySyn“ zielt darauf ab, am Oberrhein durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrieunternehmen, Häfen und Behörden der drei Länder eine grenzüberschreitend funktionsfähige Wertschöpfungskette für grüne und CO2-freie Wasserstofftechnologien aufzubauen. Das Projekt kombiniert die Erfassung von Kompetenzen und Bedürfnissen, die gezielte Vernetzung der Akteure und die Begleitung von Pilotprojekten.
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Für eine besser vernetzte Region
- ECORHIN: Technische Studie zur umweltfreundlichen Umrüstung der beiden Rheinfähren Drusus und Rhenanus
Durch die im Rahmen von „ECORHIN“ durchgeführten technische Vorstudien kann die anschließende Elektroumrüstung von zwei dieselbetriebenen Rheinfähren vorbereitet werden: DRUSUS auf der Strecke Drusenheim/Greffern sowie RHENANUS auf der Strecke Rhinau/Kappel. Auf diese Weise soll der Fährbetrieb langfristig gesichert und durch den Einsatz energieeffizienter und emissionsarmer Antriebslösungen zugleich den ökologischen Herausforderungen gerecht werden.
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- TEB-Verkehrsanalyse: Erhebung und Auswertung von Daten zur grenzüberschreitenden Mobilität im Gebiet des Trinationalen Eurodistrikts Basel
Die „TEB-Verkehrsanalyse“ hat zum Ziel, durch Datenerhebungen, Zählungen und Befragungen grenzüberschreitende Verkehrsdaten im Gebiet des Trinationalen Eurodistricts Basel zu aktualisieren und zu harmonisieren. Auf diese Weise soll ein klares, präzises und aktuelles Bild der grenzüberschreitenden Mobilität ermöglicht und eine statistische Grundlage für die Berechnung der wirtschaftlichen Machbarkeit künftiger Verkehrsinfrastrukturen geliefert werden.
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Für eine sozialere Region
- Kleinprojektefonds „Wissenschaft&Gesellschaft“
Der Fonds „Wissenschaft&Gesellschaft“ finanziert von Juni 2026 bis September 2027 Projekte von 10.000 bis 50.000 Euro, die zur Sichtbarkeit insbesondere von EU-finanzierten Forschungsarbeiten beitragen und konkrete Auswirkungen der grenzüberschreitenden Forschung auf den Alltag der EinwohnerInnen des Oberrheins aufzeigen. Ziel ist es, die BürgerInnen in den Mittelpunkt der Forschung zu stellen, ihre Beteiligung zu fördern und der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken.
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Für eine bürgernähere Region
- Kleinprojektefonds TriSolutionsEU: Grenzbedingte rechtliche und administrative Hindernisse am Oberrhein identifizieren und abbauen
Von Januar 2027 bis März 2029 finanziert der Fonds grenzüberschreitende Projekte von 6.000 bis 100.000 Euro zwischen Verwaltungsstellen und öffentlichen Einrichtungen am Oberrhein, zur Identifizierung und zum Abbau von grenzbedingten Hindernissen, die neben den Bürgerinnen und Bürgern auch Unternehmen, Vereine, Bildungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung betreffen. Somit soll der Zusammenhalt in der Region nachhaltig gestärkt werden.
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- 3LandSpiel: Ein interkulturelles Brettspiel zur Förderung des Austauschs zwischen jungen Menschen aus der Dreiländerregion
Das „3LandSpiel“ ist ein innovatives, KI-gestütztes Brettspiel, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, das Wissen und die regionale Identität im Dreiländereck (Deutschland, Frankreich, Schweiz) stärken soll. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen – SchülerInnen, Studierende und MuseumsbesucherInnen – spielerisch für die Besonderheiten, Herausforderungen und Chancen des Dreilands zu sensibilisieren.
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- Triotop: Ein grenzüberschreitendes Freiwilligennetzwerk zur Biotoppflege im Dreiland
Ziel von „Triotop“ ist der Aufbau eines Freiwilligennetzwerks zur Biotoppflege im Dreiland durch eine Onlinebörse, die die Anmeldung für grenzüberschreitende Einsätze, Workshops oder den Werkzeugtausch ermöglicht. Langfristig lernen sich die Teilnehmer bei Pflegeeinsätzen besser kennen, bauen gemeinsames Vertrauen auf und werden dazu befähigt, einen Großteil der Biotoppflege selbstständig durchzuführen und aktiv zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beizutragen.
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Stand der Programmumsetzung 2021-2027 nach der Begleitausschusssitzung vom 3. März 2026
Mit den am 3. März 2026 genehmigten Projekten zählt das Programm Interreg Oberrhein für die Förderperiode 2021-2027 bereits 85 grenzüberschreitende geförderte Projekte. Diese Projekte umfassen ein Gesamtfinanzvolumen von mehr als 94 Millionen Euro. Somit sind über 80% der insgesamt für das Programm zur Verfügung stehenden Fördermittel bereits verplant.
Diese Tendenz dürfte sich weiter fortsetzen, da die Programmpartner zudem neun Projektideen des themenübergreifenden Projektaufrufs aus dem Jahr 2025 ausgewählt und deren Träger aufgefordert haben, ihre Anträge auf europäische Kofinanzierung weiter auszuarbeiten. Als letzter umfassender Projektaufruf der Förderperiode 2021-2027 deckte dieser Aufruf vier der fünf Prioritäten des Programms ab: eine ökologisch nachhaltige Region, eine sozialere Region, eine intelligentere Region und eine bürgernähere Region.
Um die Verwendung der für die Oberrheinregion bereitgestellten Mittel weiter zu optimieren, hat der Begleitausschuss die Beantragung einer neuen Anpassung der Verteilung der europäischen Mittel auf die einzelnen Prioritäten des Programms beschlossen. Die Europäische Kommission muss bis zum Sommer über die endgültige Mittelverteilung entscheiden.
Obgleich die Bindung der Programmmittel schon weit fortgeschritten ist, besteht im Bereich der grenzüberschreitenden Mobilität weiterhin die Möglichkeit, bis spätestens 10. Dezember 2026 entsprechende Projektideen einzureichen.
Erste Grundsteine für die Vorbereitung des künftigen Programms 2028-2034
Mit dem Eintritt in die Endphase des Programms 2021-2027 haben die Programmpartner erste Überlegungen zur Vorbereitung der folgenden Förderperiode aufgenommen, um die Kontinuität der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auch über das Jahr 2027 hinaus sicherzustellen.
Nachdem die Europäische Kommission im Juli letzten Jahres die Verhandlungen über den EU-Haushalt für den Zeitraum 2028-2034 aufgenommen hat, könnten diese bereits Anfang 2027 zur Veröffentlichung der europäischen Verordnungen zur Regelung des Programms führen. In der heutigen Sitzung hat der Begleitausschuss die Eckpunkte und wichtigsten Etappen für die Ausarbeitung des künftigen Programms verabschiedet.
Die bereits Anfang 2026 begonnenen Arbeiten befassen sich insbesondere mit der Analyse von Erfahrungen aus früheren Programmperioden, der Ermittlung der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft der Zusammenarbeit am Oberrhein und der Fortsetzung des Austauschs mit den Trägereinrichtungen und Partnern von Projekten, die derzeit durch das Programm gefördert werden. Ziel ist es, eine neue Programmstrategie für den Zeitraum 2028-2034 zu definieren und so die grenzüberschreitende Integration am Oberrhein weiter zu vertiefen.