Am 9. Juli 2026 hat der Begleitausschuss des Programms Interreg Oberrhein in Neustadt an der Weinstraße 13 neue grenzüberschreitende Projekte genehmigt. Diese werden mit insgesamt 19,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Damit steigt die Zahl der in der Förderperiode 2021–2027 unterstützten Vorhaben weiter an. Mit inzwischen rund 98% der gebundenen Programmmittel befindet sich das Programm in seiner Endphase und richtet zugleich den Blick auf die kommende Förderperiode 2028-2034.
13 neue Projekte stärken den grenzüberschreitenden Alltag am Oberrhein
Mit der Bewilligung der 13 neuen Projekte unterstützt das Programm nun insgesamt 98 grenzüberschreitende Projekte in der Förderperiode 2021–2027. Viele der neuen Projekte beziehen sich auf den Bereich der Mobilität. Neue Busverbindungen, flexible Bedarfsverkehre und der Ausbau grenzüberschreitender Bahnangebote sollen dazu beitragen, die Mobilität zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz zu erleichtern und attraktive Alternativen zum Individualverkehr zu schaffen.
Die weiteren Projekte decken ein breites Themenspektrum der Programmstrategie ab: von der Energie- und Klimawende über den Umweltschutz und die Anpassung an den Klimawandel bis hin zur Jugendbildung, Beschäftigungsförderung, Risikoprävention und der Aufwertung des gemeinsamen kulturellen Erbes. Sie verdeutlichen den Anspruch der Programmpartner, konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Oberrheinraums zu geben und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus den drei Ländern weiter zu vertiefen.
Entdecken Sie die neuen Projekte
Für eine ökologisch nachhaltige Region
- GeoTresOR: Tiefengeothermie am Oberhrein: gemeinsame Perspektive, mehr Vertrauen
„GeoTresOR“ zielt darauf ab, das Wissen zur Tiefengeothermie verständlich aufzubereiten und einem breiten Kreis zu vermitteln. Dafür werden Daten, Fachwissen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung grenzüberschreitend zusammengeführt. Ziel ist es, das Vertrauen zu stärken, verständliche Informationen bereitzustellen und langfristig Missverständnisse bei der Realisierung von Tiefengeothermievorhaben im gesamten Oberrheingebiet zu vermeiden.
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- FAIR’nRG: Eine digitale Plattform zur besseren Erzeugung, Speicherung und Absicherung von Solarstrom
„FAIR’nRG“ wird eine gemeinsame digitale Plattform für Frankreich, Deutschland und die Schweiz entwickeln, um Prosumer bei der Optimierung ihrer Solaranlagen zu unterstützen. Sie basiert auf dem sicheren Austausch von Energiedaten und dient zugleich als regulatorisches Experimentierfeld. Von rund dreißig Nutzern getestet, wird sie die Energieerzeugung und -speicherung erleichtern und öffentlichen Akteuren Daten für die Energieplanung liefern.
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- SOPLAS: Superabsorbierendre Stoff im Blick: Bodenschutz am Oberrhein stärken
Das Projekt „SOPLAS“ zielt darauf ab, den Einsatz und das Verhalten von „Superabsorber“ in land- und forstwirtschaftlichen Böden im Oberrheingebiet besser zu verstehen, auf Grundlage gemeinsamer Beobachtungen und Vergleichsdaten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Nach Projektende sollen gemeinsame Methoden, praxisnahe Instrumente und Alternativen dazu beitragen, Böden langfristig zu schützen und Bewirtschaftungspraktiken anzupassen.
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Für eine besser vernetzte Region
- Coradia: Grenzüberschreitende Züge für direkte Fahrten zwischen Frankreich und Deutschland
Im Anschluss an ein erstes Projekt zur Entwicklung des grenzüberschreitenden Prototyps wurde mit dem Bau einer Flotte vielseitig einsetzbarer Coradia-Züge für vier Strecken am Oberrhein und insgesamt sieben Strecken zwischen Frankreich und Deutschland eine neue Etappe eingeleitet. Die Züge ermöglichen direktere und regelmäßigere Verbindungen im Alltag, ohne Umstieg an der Grenze.
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- eTruckCharge: Konzept für ein vernetztes System zum Laden von Elektro-Lkw im grenzüberschreitenden Verkehr
Im Rahmen des Projekts „eTruckCharge“ werden bestehende Ladestationen in Unternehmen am Oberrhein gemeinsam nutzbar gemacht und ein System zur Reservierung sowie zur Planung von Fahrten mit Elektro-Lkws entwickelt, auch grenzüberschreitend. Es soll die Grundlage für ein Netz schaffen, das das Laden am Lieferort erleichtert und so besser geplante und emissionsärmere Transporte ermöglicht.
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- ODIM: Grenzüberschreitender On-Demand-Verkehr zwischen Südpfalz und dem Raum Wissembourg
„ODIM“ soll zwischen der Südlichen Weinstraße und dem Raum Wissembourg ein grenzüberschreitendes On-Demand-Angebot schaffen, das flexible Fahrten als Ergänzung zu Bus und Bahn ermöglicht. Das Angebot soll Alltagswege erleichtern und eine konkrete Alternative zum Auto bieten, um Arbeitsplätze, Dienstleistungen und Freizeitangebote einfacher zu erreichen.
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- Sundgomobich 2: Neue Busverbindungen zwischen dem Sundgau, Basel und dem Kanton Jura
Als Fortsetzung eines ersten Projektabschnitts, schafft „Sundgomobich 2“ zwei neue Buslinien zwischen dem Sundgau, Basel und dem Kanton Jura, darunter ab September 2027 eine Expresslinie zwischen Dannemarie und Basel St. Johann. Das Projekt soll die täglichen Wege zur Arbeit, Ausbildung und den Zugang zu Dienstleistungen erleichtern und den Menschen im Südelsass eine konkrete Alternative zum Auto bieten.
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- Expressbus Rastatt-Haguenau: Einfach per Bus zwischen Rastatt, Seltz, Soufflenheim und Haguenau
Mit diesem Projekt soll eine direkte ÖPNV-Verbindungen zwischen Rastatt und Haguenau geschaffen werden. Grundlage ist eine seit 2023 getestete Linie zwischen Rastatt, Soufflenheim und Seltz, die ab Dezember 2026 zu einer Expressbusverbindung bis Haguenau ausgebaut werden soll. Die Linien sollen den Alltag ohne Auto erleichtern und den Zugang zu Arbeitsplätzen, Schulen und wichtigen Zielen beiderseits des Rheins verbessern.
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Für eine sozialere Region
- Regio Step: Kleinprojektefonds zur grenzüberschreitenden beruflichen Orientierung und Berufseingliederung
Der Kleinprojektfonds „Regio Step“ fördert die Mobilität junger Menschen am Oberrhein durch Bildungs-, Orientierungs- und Berufserfahrungen im grenzüberschreitenden Kontext. Von September 2026 bis März 2029 unterstützt er Projekte mit 5.000 bis 100.000 Euro. Gefördert werden Hospitationen, Mobilitätsvorbereitungsseminare sowie deutsch-französische Jugendunternehmensprojekte.
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- Trail Running: Ein grenzüberschreitendes Netzwerk für Trailrunning und Berglauf am Oberrhein
Das Projekt „Trail-Running“ soll ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Zentren für Berg- und Trailrunning aufbauen – mit ausgebauten Strecken, Schulungen, zweisprachigen Angeboten und Veranstaltungen für alle. Langfristig könnten Einwohner und Besucher am Oberrhein von zugänglicher Infrastruktur, mehr Sicherheit beim Trailrunning und Angeboten für alle Leistungsniveaus profitieren.
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- Regio Lab 2: Neue Impulse für die grenzüberschreitende Ausbildung
„Regio Lab 2“ unterstützt Jugendliche, Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, die grenzüberschreitende Berufsausbildung zwischen Frankreich und Deutschland leichter zu nutzen – mit Beratung, sprachlicher Unterstützung und Mobilitätshilfen. So sollen mehr junge Menschen einen Abschluss erwerben und berufliche Perspektiven auf beiden Seiten des Rheins erhalten.
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- Burgen am Oberrhein 2: Das Burgenerbe am Oberrhein weiter entdecken und erleben
„Burgen am Oberrhein 2“ knüpft an das Projekt „Burgen am Oberrhein“ an und entwickelt eine Dauerausstellung, neue digitale Angebote und gemeinsame Aktionen, um die Burgen des Oberrheins besser sichtbar zu machen. So profitieren BürgerInnen, Schulklassen und Gäste von neuen Entdeckungsmöglichkeiten, lernen die gemeinsame Geschichte der Region kennen und erkunden Burgen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
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Für eine bürgernähere Region
- TRI-FIRE: Deutsche und französische Feuerwehren gemeinsam gegen zunehmende Waldbrandgefahr
„TRI-FIRE“ bereitet deutsche und französische Einsatzkräfte mit Schulungen, Übungen und angepassten Fahrzeugen darauf vor, gemeinsam gegen zunehmend häufige Waldbrände am Oberrhein vorzugehen. Das Projekt soll schnellere und besser koordinierte Einsätze auf beiden Seiten der Grenze ermöglichen, auch in schwer zugänglichen Gebieten.
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Förderperiode 2021–2027 nähert sich dem Abschluss, letzte Finanzierungsmöglichkeiten bleiben bestehen
Die Förderperiode 2021–2027 befindet sich inzwischen auf der Zielgeraden. Für die heute bewilligten Projekte werden 19,5 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt. Insgesamt sind damit bereits 114 Mio. Euro beziehungsweise 98% der Programmmittel gebunden.
Dennoch stehen weiterhin europäische Fördermittel für neue Vorhaben im Bereich der grenzüberschreitenden Mobilität zur Verfügung. Dieser letzte Projektaufruf läuft noch bis Ende des Jahres.
Vorbereitung der Förderperiode 2028–2034 schreitet voran
Während die Verhandlungen auf europäischer Ebene zum künftigen Finanz- und Rechtsrahmen noch andauern, bereiten die Programmpartner bereits die nächste Förderperiode von Interreg Oberrhein vor. In enger Abstimmung mit den Akteuren am Oberrhein werden derzeit die künftigen Bedarfe der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit analysiert, um die strategischen Schwerpunkte der kommenden Förderperiode festzulegen.
Der Begleitausschuss hat in diesem Zusammenhang bestätigt, dass das Programmgebiet für die Förderperiode 2028–2034 unverändert bleibt. Es entspricht weiterhin dem Gebiet der aktuellen Förderperiode, das bereits 2021 um die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz erweitert wurde. Damit stützt sich das Programm auch in Zukunft auf einen gemeinsamen Kooperationsraum, der eng mit den bestehenden Strukturen am Oberrhein – insbesondere der Oberrheinkonferenz und der Trinationalen Metropolregion – verbunden ist und so die Kontinuität der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gewährleistet.